10.7.10

Fabrikant 2.0

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Fabrikant (Bild: Die Krupps) zu werden ist heutzutage vergleichsweise einfach. Man braucht kein Geld, keine Fabrik, keine Lagerhalle, keine Versandabteilung. Es reicht eine Idee. Alles andere erledigt das Internet, quasi. Denn bei vielen Angeboten gilt: Man muss nichts kaufen, sondern kann statt dessen seine Entwürfe anderen direkt zum Kauf anbieten. Hier die berühmtesten Anlaufstellen, mit ihren deutschen Nachahmern:

Ponoko (Neuseeland): Lasercutting
Formulor (Deutschland): Ponoko-Ableger, kein Leder/Filzzuschnitt.
Shapeways (Niederlande): 3D-Druck
Fabidoo (Deutschland): 3D-Druck
Spoonflower (USA): Stoffdruck
Stoffn (Deutschland): Stoffdruck
Etsy (USA): Kauf/Verkauf
DaWanda (Deutschland): Kauf/Verkauf
BigBlueSaw (USA): Waterjetcutting 
eMachine (USA): CNC-Fräsen, Plasmacutting, Waterjetcutting
PosterXXL (Deutschland): Druck auf Alu, Plexiglas und 10m²-Planen

22.6.10

3D auf dem DSi

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Und wieder gibt es etwas Neues im 3D-Lager! Es ist im Grunde die Hi-tech-Version jener Dioramen, die ich mir im zarten Alter von 6, 7 Jahren aus Papier (und später mit Revell Bausätzen) gebastelt habe (gibts inzwischen natürlich auch als Augmented Reality Version). Nintendo hat dem DSi ja eine Kamera verpasst - und wie man es von dem Konzern kennt, wird die äußerst innovativ genutzt: Die Kamera analysiert in dem Spiel "Rittai Kakushi e Attakoreda" die Bewegungen und berechnet die Bilder des Geräts dementsprechend. Dadurch entsteht ein wirklich verblüffender, plastischer, stereoskopischer Effekt.

Zum ersten Mal sah ich so etwas (interaktives parallaxes Scrolling + umgekehrtem Headtracking?) als Wii-Hack von Johnny Chung Lee ("Head Tracking for Desktop VR Displays using the Wii Remote"). Letztendlich  basiert Microsofts Projekt Natal ja u.a. auch auf dieser Technik. Aber gerade in so einem Taschenbilliard wirkt das besonders cool. Man darf gespannt sein, was da noch auf uns zukommt. Die (japanische) Seite zum Spiel: 立体かくし絵 アッタコレダ.

14.6.10

Pixel Brille

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Das eine oder andere Pixel-Posting hatte ich ja bereits, hier kommt ein Neuzugang: Dzmitry Samal von SAMALdesign hat dieses Prachtstück entworfen. Passt natürlich bestens zum Low Resolution Costume von Sarah McPherson!


17.5.10

Stärke

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Magnetische Flüssigkeiten hatte ich ja schon am Wickel, doch man kann mit viel weniger Aufwand ähnlich faszinierende Skulpturen produzieren. Das Stichwort lautet "Oobleck" (nach einer Dr. Seuss Kindergeschichte) oder "nichtnewtonsches Fluid" (für Angeber). Diese Stoffe sind im Grunde flüssig, ändern ihre Viskosität aber unter Druck und Bewegung. Sie sind "anomalviskos". Heißt: Man kann sie in einen Pool kippen, dann aber darauf laufen. Selbstverständlich gibt es Menschen, die sowas gleich ausprobieren. Bei solchen Sauereien immer ganz vorne mit dabei: Die Mythbusters (3.40: "Oh Dude, that feels so wrong"... Haha!) Das Rezept ist simpel: 1 Teil Wasser auf 1,5 bis 2 Teile Stärke. Das war's! Etwas Lebensmittelfarbe kann natürlich nie schaden. Wie im Video gut zu sehen, reicht etwas Schalldruck aus, um die Flüssigkeit temporär zu verfestigen.

Aus Stärke lässt sich auch eine Modelliermasse herstellen: 1 Tasse Salz  in 2 Tassen Wasser auflösen, dann erhitzen, und 1 Tasse Stärke hinzufügen. Eine genauere Beschreibung bietet dieses Instructable.

Etwas komplizierter ist die Produktion des klassischen "Slime": Hier gibt es diverse Rezepte, die wohl alle ihre Vor- und Nachteile haben. Eine Version nutzt ebenfalls Stärke: 1 Teil Wäschestärke (flüssig) + 1 Teil Wasser + 1 Teil "Elmers Glue". Letzteren kann man hierzulande nicht kaufen, ich denke aber, dass ein Kleber auf Polyvinylalkohol- bzw. Polyvinylacetat-Basis gemeint ist. Also sogenannter "Weißleim", wie es ihn in jedem Baumarkt gibt. Auch UHU besteht zu 40% aus PVA. Hier der passende Video.

Ein anderes Rezept benutzt Borax (ein Antioxidationsmittel, das bereits in der Antike für Glasuren und in Ägypten zum Einbalsamieren benutzt wurde) zur "Verschleimung". Also wird wieder Wasser mit Holzleim vermischt und parallel dazu Wasser mit ca. 1/2 Teelöffel Borax (je mehr, desto fester wird die Masse). In manchen Rezepten wird destilliertes Wasser empfohlen, in anderen soll der Kleber/Leim mit dem Wasser erwärmt werden. Und die Mengenangaben sind so unterschiedlich wie das Endergebniss ekelig (PopSci Video, Mini-Maker Sylvia). Da hilft nur ausprobieren. Richtig interessant wird es durch die Zugabe von etwas Waschmittel mit optischen Aufhellern: Das erzeugt einen beeindruckenden Leuchteffekt!

Auch Moon- oder Magic-Sand kann mit Stärke hergestellt werden. Normalerweise ist das bunter Kram, der sich anfühlt wie nasser Sand und sich ebenso leicht formen lässt. Doch Magic-Sand trocknet nicht aus und ist auch nicht nass. Das Original enthält, glaube ich, etwas Ton. Aber mit einer Stärke/Sand-Mischung (2 Teile Sand auf 1 Teil Stärke + etwas Wasser) hat man den gleichen Effekt (engl. Anleitung). Die schwedische Firma Delta hat noch zwei weitere Sandprodukte im Angebot, "Deltasand" (haltbarer) und "Blubber" (besonders leicht). Da bin ich aber noch am recherchieren...

Zum Schluss noch ein Spielzeug mit gaaaanz viel Haptik: Die "Stressbälle" zum Kneten kann man leicht selbst basteln. Einfach den Kopf einer PET-Flasche abschneiden, über den Verschluß einen Luftballon ziehen und diesen dann über den PET-Flaschen-Trichter mit (Stärke-)Mehl füllen, bis ein kleiner Ball entstanden ist. Zuknoten, fertig (Video)!

DIY Schuhe

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Blätterte gerade in dem Magazin In}Shoes und überflog die üblichen Jubelberichte über Designer wie Manolo Blahnik, Christian Louboutin & Co. Solche Schlappen kosten dann ja gerne mal 725€. Da gefällt mir Mary Wales Loomis, eine ältere Dame aus den USA schon viel besser. Sie macht sich ihre Schuhe einfach selbst und beschreibt das oberflächlich auf ihrer Webseite und (hoffentlich) en Detail in ihrem Buch.

Eigentlich ist das nämlich ganz einfach, zumindest, wenn es um Pumps geht: Die bequemsten (!) aus dem Schuhschrank kramen, Gips, Beton oder sowas in einem Plastikschlauch füllen und in den Schuh stopfen. Schwupps hat man eine Vorlage. Nun kann man nach Schnittmustern gucken oder einfach einen alten Schuh auseinandernehmen und die Formen übernehmen. Na seht euch die Seite einfach mal an. Und wenn's dann an die professionelle Sneakers-Produktion gehen soll, empfehle ich dieses Instructable.